Zwischen dem 13. Oktober und dem 21. Dezember 2025 wird die Brienzerlinie der Zentralbahn vollständig gesperrt. Die Totalsperrung der Zentralbahn zwischen Meiringen und Interlaken betrifft tausende Pendlerinnen, Pendler und TouristInnen, die täglich auf dieser Strecke unterwegs sind. Während für Reisende Ersatzbusse bereitgestellt werden, verwandelt sich die Bahnlinie für Unternehmen wie die InfraTech AG in eine Grossbaustelle. Für die InfraTech AG bedeutet dieses Zeitfenster eine einmalige Gelegenheit, umfangreiche Elektro- und Installationsarbeiten umzusetzen, ohne durch den regulären Zugbetrieb eingeschränkt zu sein.
Warum kommt es zur Totalsperrung der Zentralbahn zwischen Meiringen und Interlaken?
Die Brienzerlinie gehört zu den zentralen Verkehrsachsen im Berner Oberland. Sie verbindet touristische Hotspots wie Brienz und Meiringen mit dem Bahnknotenpunkt Interlaken Ost und bindet zugleich die Region an Luzern und die Gotthardachse an. Doch die Strecke ist in die Jahre gekommen. Gleisanlagen, Bahnhöfe und Stellwerktechnik entsprechen nicht mehr den heutigen Standards und erfordern umfassende Modernisierungen.
Eine Bauausführung bei laufendem Betrieb wäre nicht nur mit erheblichen Sicherheitsrisiken verbunden, sondern auch ineffizient. Deshalb hat die Zentralbahn entschieden, die Strecke für rund zehn Wochen komplett stillzulegen. Die Totalsperrung der Zentralbahn zwischen Meiringen und Interlaken ermöglicht es, zahlreiche Massnahmen parallel zu bündeln und ohne zeitintensive Umwege durchzuführen. Am Ende steht eine leistungsfähigere, sicherere und kundenfreundlichere Bahnverbindung.
Was wird während der Totalsperrung der Zentralbahn zwischen Meiringen und Interlaken alles verbessert, gebaut oder erneuert?
Die geplanten Arbeiten entlang der Brienzerlinie sind vielfältig und greifen ineinander. Besonders ins Auge fällt der Komplettumbau mehrerer Bahnhöfe, darunter Brienzwiler. Dort wird die Infrastruktur modernisiert und barrierefrei gestaltet, gleichzeitig werden neue Anlagen für Information, Beleuchtung und Kundenlenkung installiert.
Darüber hinaus wird im Bereich Niederried eine zusätzliche Kreuzungsstelle gebaut. Diese soll künftig für mehr Flexibilität und Pünktlichkeit sorgen, da sich Züge einfacher kreuzen können. Gleichzeitig erhält der Abschnitt beim Aaredelta eine umfassende Sanierung. Hier werden Gleise erneuert, Trassen stabilisiert und Kabelarbeiten durchgeführt. Insgesamt handelt es sich um ein Bauprogramm, das die Leistungsfähigkeit der Strecke deutlich verbessern wird und die Grundlage für einen reibungslosen Betrieb in den kommenden Jahrzehnten legt.
Welche Rolle hat die InfraTech AG bei dem kommenden Projekt?
Für die InfraTech AG stellt die bevorstehende Totalsperrung der Zentralbahn zwischen Meiringen und Interlaken ein Schlüsselprojekt dar, das in vielerlei Hinsicht richtungsweisend ist. Durch die Stilllegung der Strecke erhält unser Unternehmen die seltene Gelegenheit, Arbeiten in einem Umfang und einer Intensität umzusetzen, die unter laufendem Bahnbetrieb kaum möglich wären. Es geht dabei nicht nur um punktuelle Massnahmen, sondern um eine ganzheitliche Modernisierung der Elektro- und Kommunikationsinfrastruktur entlang der Brienzerlinie.
Unsere Aufgaben im Rahmen der Totalsperre der Zentralbahn zwischen Meiringen und Interlaken umfassen sowohl Bahnhofs- als auch Streckenprojekte:
Bahnhofsprojekte:
- Rückbau bestehender elektrischer Installationen
- Ausrüsten und Inbetriebnahme von Technikkabinen
- Erstellung von Beleuchtungsanlagen (Innen- und Aussenbereiche)
- Installation von Kundenlenkungssystemen wie digitale Anzeigen, Lautsprecheranlagen und Wegeleitungen.
Streckenprojekte:
- Verlegung von rund 20 km Stellwerkkabel entlang der gesamten Brienzerlinie
- Koordination mit Siemens für die Anbindung an die Stellwerktechnik
Abgleich mit Zentralbahn-Bauprogramm:
- Brienzwiler Bahnhof: Komplettumbau, enge Koordination mit Hoch- und Tiefbau
- Niederried: neue Kreuzungsstelle, Abstimmung zwischen Kabelverlegung, Stellwerkstechnik und Gleisbau
- Aaredelta: Sanierung des Streckenabschnitts, Kabelverlegung parallel zu Trasseearbeiten
Bahnhofsmodernisierung mit InfraTech AG
Ein wesentlicher Teil unserer Arbeit betrifft die Bahnhofsmodernisierungen. Hier übernehmen unsere Teams den Rückbau veralteter elektrischer Systeme, die Installation neuer technischer Einrichtungen sowie die Inbetriebnahme moderner Technikräume und Kabinen. Gerade diese Knotenpunkte sind für den Bahnbetrieb von entscheidender Bedeutung, da sie sämtliche Energie- und Steuerungssysteme bündeln.
Zudem statten wir die Bahnhöfe mit zeitgemässen Beleuchtungsanlagen aus, die nicht nur für mehr Sicherheit sorgen, sondern auch die Attraktivität und Nutzerfreundlichkeit steigern. Ergänzt wird dies durch neue Kundenlenkungssysteme wie digitale Anzeigen, Lautsprecheranlagen und Wegeleitungen, die den Fahrgästen Orientierung geben und den Komfort deutlich erhöhen.
Stellwerkkabelverlegung mit InfraTech AG
Entlang der gesamten Strecke übernehmen wir die Verlegung von rund 20 Kilometern Stellwerkkabel. Diese Kabel bilden gewissermassen die „Nervenbahnen“ der Bahn, da sie die Weichen und Signale miteinander vernetzen und die Steuerung des Zugverkehrs erst ermöglichen. In enger Zusammenarbeit mit Siemens stellen wir sicher, dass diese Kabel präzise verlegt, zuverlässig angebunden und in die bestehende sowie neue Stellwerktechnik integriert werden.
Dieser Bereich erfordert höchste Genauigkeit, denn bereits kleinste Abweichungen könnten den späteren Betrieb beeinträchtigen. Unsere Verantwortung geht damit weit über reine Installationsarbeiten hinaus. Wir schaffen die technischen Grundlagen, damit die modernisierte Brienzerlinie nach Abschluss der Bauarbeiten nicht nur funktioniert, sondern einen spürbaren Fortschritt in Sachen Sicherheit, Effizienz und Reisekomfort bietet.
Zusammenarbeit mit den Bauprojekten der Zentralbahn
Mehrere Schnittstellen machen deutlich, wie wichtig eine enge Kommunikation zwischen anderen Gewerken und Unternehmen bei allen drei Standorten (Brienzwiler, Niederried und Interlaken) ist. Nur so gelingt es, den engen Zeitplan einzuhalten.
Am Bahnhof Brienzwiler beispielsweise laufen unsere Installationen parallel zu Hoch- und Tiefbauarbeiten. Eine exakte Koordination ist zwingend notwendig, damit die Baufortschritte Hand in Hand gehen. Noch komplexer wird es an der neuen Kreuzungsstelle in Niederried, wo die Kabelverlegung auf den Gleisbau und die Stellwerktechnik abgestimmt werden muss. Auch beim Aaredelta erfordert die parallele Sanierung des Trassenabschnitts eine präzise Abstimmung.
Mit unserer Expertise in der Elektro- und Kabeltechnik trägt die InfraTech AG entscheidend dazu bei, dass die Brienzerlinie nach der Totalsperrung technisch auf dem neuesten Stand ist und ein langfristig zuverlässiger und sicherer Bahnbetrieb gewährleistet wird.
Risiken und Lösungen – Wie versuchen wir, dafür zu sorgen, dass die Bahnstrecke möglichst schnell wieder in Betrieb genommen werden kann?
Ein Projekt dieser Grössenordnung bringt naturgemäss Risiken mit sich. Verzögerungen durch andere Gewerke gehören ebenso dazu wie potenzielle Materialengpässe oder Abstimmungsprobleme mit Partnerunternehmen. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, setzt die InfraTech AG auf tägliche Baubesprechungen, Einsatzbesprechungen, die Vorlagerung kritischer Komponenten und die frühzeitige Einbindung aller Schnittstellenpartner.
Gerade die Zusammenarbeit mit Siemens ist entscheidend, da die neue Stellwerktechnik massgeblich für die Sicherheit und Steuerung der Bahn verantwortlich ist. Durch gemeinsame Testpläne und abgestimmte Abnahmeprozesse wird gewährleistet, dass die Systeme zuverlässig in Betrieb gehen können.
Wie ist der Zeitplan bei der Totalsperrung der Zentralbahn zwischen Meiringen und Interlaken?
Die Bauarbeiten sind in mehrere Phasen unterteilt. Schon vor Beginn der Sperre laufen vorbereitende Massnahmen wie die Materialbeschaffung, die Zwischenlagerung und die Vorinstallation einzelner Technikkomponenten. Zudem werden auch die neuen Technikkabinen in Brienzwiler, Niederried und Interlaken Ost ausgerüstet und in Betrieb genommen. Es werden des Weiteren Sicherheits- und Zugangsklärungen durchgeführt, um einen reibungslosen Ablauf während der Totalsperre zu gewährleisten. Diese vorbereitenden Arbeiten sind bis zum 12. Oktober 2025 geplant.
Ab dem 13. Oktober 2025 beginnt die eigentliche Totalsperre. In den ersten Wochen erfolgen der Rückbau alter Installationen (Kalenderwochen 42–44) und gleichzeitig die Kabelverlegung auf der Hauptstrecke (KW 43–48). Anschliessend werden die Technikkabinen ausgerüstet und angeschlossen (KW 45–49). In der zweiten Hälfte der Sperrzeit rücken Beleuchtungssysteme und Massnahmen zur Kundenlenkung in den Fokus (KW 47–51). Gegen Ende der Totalsperre stehen schliesslich Prüfungen und Abnahmen (KW 50–51) an, damit die Strecke pünktlich zum 22. Dezember wieder in Betrieb gehen kann. Nach der Wiederinbetriebnahme erfolgen nur noch kleinere Nacharbeiten, die abschliessende Dokumentation sowie die Übergabe an den Betrieb.
Um den ambitionierten Zeitplan einzuhalten, setzt die InfraTech AG auf eine sorgfältige Ressourcenplanung. Mehrere Montageteams arbeiten parallel, unterstützt durch eine zentrale Materiallogistik. Geliefert wird an definierte Lagerplätze entlang der Strecke, von wo aus die Feinverteilung erfolgt. Der Zugang zu den Baustellen ist genau geregelt und nutzt abgestimmte Baukorridore, sodass Sicherheit und Effizienz gleichermassen gewährleistet sind.
Gerade in der Herbst- und Winterzeit können unvorhersehbare Wetterlagen zu Verzögerungen führen. Daher ist eine flexible Einsatzplanung entscheidend, ergänzt durch Wetterschutzmassnahmen für besonders empfindliche Arbeiten.
Welche Auswirkungen hat die kommende Totalsperrung der Zentralbahn zwischen Meiringen und Interlaken auf die Fahrgäste?
Für die Fahrgäste ist die Totalsperrung der Zentralbahn zwischen Meiringen und Interlaken spürbar. Züge werden in dieser Zeit durch Busse ersetzt, was zu längeren Reisezeiten und Umsteigeverbindungen führt. Die Zentralbahn stellt jedoch sicher, dass alle Verbindungen erhalten bleiben und Reisende frühzeitig über Änderungen informiert werden.
Auch wenn die Einschränkungen vorübergehend unbequem erscheinen, lohnt sich die Geduld. Nach der Sperre profitieren Fahrgäste von pünktlicheren Zügen, modernen Bahnhöfen und einer insgesamt stabileren Infrastruktur. Die langfristigen Verbesserungen überwiegen bei weitem die kurzfristigen Unannehmlichkeiten.
Ein Projekt für die Zukunft der Region
Die Totalsperrung der Zentralbahn zwischen Meiringen und Interlaken ist weit mehr als eine blosse Baumassnahme. Sie ist ein Zukunftsprojekt, das die Brienzerlinie grundlegend modernisiert und für die nächsten Jahrzehnte rüstet. Für die InfraTech AG bedeutet es die Chance, ihre Expertise im Bereich Elektro- und Kabelinstallationen unter Beweis zu stellen und einen entscheidenden Beitrag zur Leistungsfähigkeit der Bahn zu leisten.
Dank sorgfältiger Planung, enger Abstimmung mit allen Partnern und einem engagierten Team wird die Sperre zu einem Katalysator für Fortschritt und Innovation. Wenn am 22. Dezember 2025 wieder Züge zwischen Meiringen und Interlaken rollen, wird die Region nicht nur eine modernisierte Strecke, sondern ein klares Signal für die Zukunft des öffentlichen Verkehrs im Berner Oberland erhalten.
